Postwachstumsstadt

Konturen einer solidarischen Stadtpolitik

Städte ohne Wachstum - eine bislang kaum vorstellbare Vision. Doch Klimawandel, Ressourcenverschwendung, wachsende soziale Ungleichheiten und viele andere Zukunftsgefahren stellen das bisherige Allheilmittel Wachstum grundsätzlich infrage. Wie wollen wir heute und morgen zusammenleben? Wie gestalten wir ein gutes Leben für alle in der Stadt? Während in einzelnen Nischen diese Fragen bereits ansatzweise beantwortet werden, fehlt es noch immer an umfassenden Entwürfen und Transformationsansätzen, die eine fundamental andere, solidarische Stadt konturieren. Diesen Versuch wagt das Projekt Postwachstumsstadt.

In diesem Buch und auf dieser Webseite werden konzeptionelle und pragmatische Aspekte aus verschiedenen Bereichen der Stadtpolitik zusammengebracht, die neue Pfade aufzeigen und verknüpfen. Die Beiträge diskutieren städtische Wachstumskrisen, transformative Planung und Konflikte um Gestaltungsmacht. Nicht zuletzt wird dabei auch die Frage nach der Rolle von Stadtutopien neu gestellt. Dadurch soll eine längst fällige Debatte darüber angestoßen werden, wie sich notwendige städtische Wenden durch eine sozialökologische Neuorientierung vor Ort verwirklichen lassen.


Wissen für alle: Das Buch wird vom oekom verlag vertrieben und kann hier bestellt werden. Es wurde außerdem unter einer CC-BY-NC Lizenz veröffentlicht und steht allen Menschen frei und zur unkommerziellen Nutzung zur Verfügung. Alle Beiträge können daher auch auf dieser Webseite gelesen werden.

Postwachstumsstadt

Manifest für das gute Leben in der Stadt für alle

Postwachstumsstadt denken.


Städtisches Leben ist geprägt von sozialen und ökologischen Konflikten!

Die Stadt, die immer weiter wachsen und mehr produzieren muss, ist am Ende. Auf Dauer sind ausbeuterische Märkte und Flächenfraß nicht nachhaltig für die Entwicklung von Städten. »Höher, schneller, weiter« funktioniert nicht mehr - wir sehen, dass Wachstum als unumstößliches Prinzip Natur- und Lebensräume zerstört.


Eine Stadt für alle, aber nicht auf Kosten weniger!
Stadtpolitische Gegen-Entwürfe wie Commoning, Gemeinwohl-Ökonomie, Kreislaufwirtschaft oder Quartiersräte können unsere Städte gerechter machen! Damit das Bewusstsein zu tatsächlichen Veränderungen im Alltag führt, müssen wir diese Konzepte stärker aufeinander beziehen und als Ansätze eines Ökosystems Stadt denken. Aus den vielfältigen Ansätzen formen wir die mentalen und materiellen Infrastrukturen der Stadt der Zukunft!


Postwachstumsstadt machen.


Stadtpolitik in Bewegung bringen!
Unter dem Motto »das gute Leben für alle« versammeln sich neue Ideen von städtischem Wohnen, Teilen, Zusammenleben. Die Postwachstumsstadt wird getragen durch Solidarität und Miteinander, auch wenn unterschiedliche Ansichten und Vorstellungen über »das gute Leben« fortbestehen. Für soziale und ökologische Gerechtigkeit brauchen wir Allianzen zwischen bestehenden und neuen Gruppen, Initiativen, Akteur*innen!


Wandel zwischen Graswurzel und Parlamenten
Das Konzept der Postwachstumsstadt überwindet den Gegensatz von bottom-up oder top-down. Stattdessen geht es um die Wechselwirkungen zwischen den verschiedensten Gruppen und Akteur*innen, egal ob sie im Parlament sitzen, ein Unternehmen führen, zur Schule gehen oder Kinder großziehen. Städtische Institutionen sind nicht naturgegeben, sondern gemacht – wir verstehen sie als »geronnene Praxis«. Die Postwachstumsstadt setzt auf Demokratisierung und neue Formen der politischen Organisation und Vertretung.

Postwachstumsstadt fühlen.


Zwischen Depression, Abgas-Schwindel und Roboter-Beziehungen
Im Zuge von Digitalisierung und Automatisierung von Arbeit fühlen sich
manche Menschen zunehmend ausgebrannt, überfordert, überreizt, und im
schlimmsten Falle als nutzlose Teile der Gesellschaft. In der Postwachstumsstadt
haben alle Menschen ihren Platz und gehen je nach ihren Fähigkeiten
einer sinnvollen Beschäftigung nach, die sozial anerkannt wird. Das Leben in
der Postwachstumsstadt riecht und schmeckt nach Erfüllung, Solidarität
und Gemeinschaft.


Wie könnte sich die Postwachstumsstadt anfühlen?
Städte könnten fundamental anders sein, aussehen, schmecken, riechen, sich anfühlen. Um uns das vorstellen zu können, brauchen wir neue Ideen, Bilder, Sinne für das Erleben der Städte. Wie könnte eine Stadt ohne Auto-Verschmutzung riechen? Wie würde sich eine Stadt ohne Baulärm anhören? Wie fühlt sich die klimagerechte und solidarische Stadt der Zukunft an?


Das Manifest soll wachsen: Tragt eure persönlichen Impulse, Eindrücke
und Ideen auf der Plattform Postwachstumsstadt bei.


Über das Manifest der Postwachstumsstadt


Jede Menge Begegnungen, Debatten und Care-Arbeit ermöglichten dieses Manifest. Es sammelt Eindrücke der Konferenz »Postwachstumsstadt. Perspektiven des sozial-ökologischen Wandels der Stadtgesellschaft« am 10. und 11. Mai 2019 an der Bauhaus-Universität Weimar. Getragen wurde die Konferenz von der Rosa-Luxemburg-Stiftung Thüringen, RENN.mitte sowie unzähligen Menschen im Spannungsfeld zwischen Wissenschaft, Aktivismus und Politik. Zusammengestellt wurden die Inhalte des Manifests von Anton Brokow-Loga und Dr. Friederike Landau im Sommer 2019. Die graphische Gestaltung erfolgte über Sandra Bach und Katharina Scholz von sandruschka – Raum für Gestaltung. Das Poster als Resultat findet sich hier zum Download und kann in Farbe und größerem Format über das Kontaktformular bestellt werden.

Herausgeber

Anton Brokow-Loga ist transdisziplinärer Forscher an der Schnittstelle von Urbanistik, Politikwissenschaft und Transformationsforschung. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur für Sozialwissenschaftliche Stadtforschung an der Bauhaus-Universität Weimar und Teil des I.L.A.-Kollektivs.


Frank Eckardt hat an der Universität Kassel in Politikwissenschaften promoviert und hat seit 2008 die Professur für Sozialwissenschaftliche Stadtforschung an der Bauhaus-Universität Weimar inne.




Mitmachen

Politiken für die  Postwachstumsstadt werden nur durch das Zutun Vieler verwirklicht. Sei' Teil der Suchbewegung hin zu einer solidarischen und klimagerechten Postwachstumsstadt: Auf der Wachstumswende-Plattform gibt es Raum für Vernetzung, Arbeitsgruppen, Termine und Debatten.


Viele Informationen zum Projekt und zur Konferenz sind auf der Webseite der Professur Sozialwissenschaftliche Stadtforschung an der Bauhaus-Universität Weimar verfügbar. Das Plakat zur Konferenz gibt es hier zum Download.


Neue Perspektiven auf die Planungsdisziplin werfen unsere Freund*innen von postwachstumsplanung.de.


Das Blog Postwachstum versteht sich als Schaufenster und Ideenwerkstatt für eine vom Wachstumszwang befreite Gesellschaft.


Alle Grafiken auf dieser Webseite sind übrigens aus der Feder der wunderbaren Künstler*innen bei Sandruschka - Raum für Gestaltung.

Fragen?

Neuigkeiten?

Über das Formular auf der rechten Seite können Sie bei Interesse, beispielsweise an gemeinsamen Veranstaltungen oder Rezensionsexemplaren, direkt Kontakt zu uns aufnehmen.


Außerdem können wir Sie in unseren Mailverteiler aufnehmen. Dann werden Sie per Mail maximal vier mal jährlich zu aktuellen Entwicklungen im Projekt Postwachstumsstadt informiert. Schreiben Sie uns dazu bitte auch eine E-Mail über das Kontaktformular.



 
 
 
 

Partner*innen

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Impressum

Impressum nach §5 Abs. 1 TMG: 
Anton Brokow-Loga
Sozialwissenschaftliche Stadtforschung

Belvederer Allee 4, 99425 Weimar
info@postwachstumsstadt.de

+49 (0) 3643 582647